Kroko, Wohnungsbau, Flawil

Der  Baukörper steht in der Böschung zwischen Niederglatt- und Grubenstrasse und markiert dabei selbstbewusst eine Linie zwischen dem Betriebsgelände der Büchi Labortechnik und dem Wohnquartier. Das Volumen geht auf die stark kontrastierende Massstäblichkeit dieses Kontextes ein und thematisiert diese: Nach Nord-Osten zeigt es sich in voller Höhe und nimmt mit horizontal gegliederter Fassade Bezug auf das langgestreckte Produktionsgebäude, über welches es hinwegblickt. Vorangestellte Loggien „verzahnen“ das nach Süd-Westen niedriger in Erscheinung tretende Gebäude mit der kleinmassstäblicheren Nachbarschaft und spannen gemeinsam mit leicht abgesenkten Sitzplätzen private Vorzonen für die Erdgeschosswohnungen auf. Die Zweiseitige Qualität der Situation setzt sich im Inneren des Gebäudes in Form des Durchwohnens fort: Jede Wohnung verfügt sowohl über einen sonnigen Aussensitzplatz, Loggia oder Dachterrasse nach Süd-Westen, als auch einen freien Weitblick über das Büchi Gelände hinweg nach Nord-Osten.
Den süd-östlichen Abschluss des Gebäudes bildet an prominentester Stelle zur Strassenkreuzung hin das Gästehaus, das als Herberge und Begegnungsstätte für Internationale Gäste der Büchi Labortechnik dienen wird. Die Proportionen der Gebäudestirn lehnen sich sowohl an der Höhe des Büchi-Verwaltungsgebäudes, als auch an der Körnung der umliegenden Wohnhäuser an.

Das Thema des massiven Sockels, bekleidet mit einer Haut aus Eternit oder Holz, ist in der Architektur vor Ort sehr verbreitet und wird aufgegriffen.
Ähnlich Überdimensionaler Schindeln überziehen leicht schräg gestellte, überlappenden Eternitplatten das Gebäude. Variierende Plattenformate und vertikale Lisenen aus druckimprägniertem, gestrichenem Holz, die auch als Fensterleibung fungieren, beleben die Fassadenflächen. Auch an den Loggientürmen, den Treppenhäusern und dem Attikageschoss trägt der flächige Einsatz von sägerauem, gestrichenem Holz zur wohnlichen Atmosphäre und Gliederung des Volumens bei.

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