

Eroret Boarding School
Ein Internat für Mädchen an der MAA Eroret School, Kenya
Direktauftrag der Austrian Doctors
Unser Ziel war es ein Gebäude zu schaffen, das in seiner Gestaltung, Konstruktion und Materialwahl harmonisch ist – sowohl mit dem Ort, der Umgebung als auch dem soziokulturellen Kontext. Da wir den Entwurfsprozess nicht in Partnerschaft mit den zukünftigen Nutzern beginnen konnten, legten wir besonderen Wert auf die Untersuchung lokaler Bautechniken und Ressourcen. Der vorhandene Baubestand, die Bäume, die Vegetation und die klimatischen Einflüsse bestimmen, wie sich das Gebäude in den Kontext einfügt. In unserem Entwurf wird ein bestehender kleiner Baum zum Mittelpunkt eines begrünten Innenhofs, um den sich alle Räume anordnen. Die Wände bestehen aus Tuffstein. Tuff wird in der Region als Baustein abgebaut. Er ist vergleichsweise leicht zu bearbeiten, gut isolierend und lokal verfügbar.
Geschützt werden die Wände von einem weit auskragenden Dach. Der Boden besteht aus gestampfter Erde. All diese Materialien werden lokal im Wohnungsbau eingesetzt. Um die Umweltbelastung zu minimieren und Energiekosten zu senken, haben wir verschiedene passive Architekturstrategien in den Entwurf integriert. Dazu gehören der begrünte Innenhof, das auskragende Dach, das das Gebäude beschattet und schützt, die Nutzung von Tageslicht und natürlicher Belüftung sowie der Einsatz von Materialien mit hoher Wärmespeichermasse zur Temperaturregulierung. Zusätzliche Lüftungsöffnungen in Wänden und Decken ermöglichen den Austausch von Innen- und Außenluft und erzeugen eine gleichmäßige natürliche Luftzirkulation.
Der begrünte Innenhof ist das Herzstück unseres Projekts. Er ist der ideale Ort zum Lesen, Lernen, Lehren oder einfach zum Ausruhen im Schatten. Die Pflanzen und der Boden helfen, die Temperatur zu regulieren, und sorgen für eine natürliche Kühlung. Es wurden verschiedene Pflanzen zur Beschattung, blühende Sträucher und tropische Farne in der Mitte für eine angenehme und beruhigende Atmosphäre, sowie zahlreiche Kräuter im unteren Bereich zur Verwendung in der Küche und zur Abwehr von Insekten angebaut.
Der Zugang zu sauberem Wasser ist eines der drängendsten Probleme. Um diesem Bedarf zu begegnen, haben wir ein Regenwassersammelsystem in den Entwurf des Zentrums integriert. Dieses System ermöglicht es, Regenwasser aufzufangen und zu speichern, das anschliessend für die Bewässerung und der gleichen genutzt werden kann. Filter- und Aufbereitungsanlagen könnten problemlos nachgerüstet werden, um eine sichere und saubere Trinkwasserqualität zu gewährleisten.
Um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, haben wir zudem eine Solaranlage auf dem Dach installiert. Diese Module werden einen wesentlichen Teil des Energiebedarfs des Gebäudes decken und so dessen CO₂-Fussabdruck reduzieren.





